Analyse der Top-Onlineshops in Deutschland


Die umfangreiche Analyse der Top 1.000 erfolgte auf Basis eines E-Commerce-Baukastens mit 13 Modulen für das Frontend, das Backend und den Business-Bereich – exemplarisch ausgeführt anhand der drei führenden deutschen E-Commerce-Händler  Amazon, Otto.de und Zalando.

Amazon …

Für das Shopsystem, das CMS und die Recommendation Engine – drei der wichtigsten Bereiche für den Marketplace – verwendet der Branchenprimus Eigenentwicklungen. Im Backend dominiert Open-Source-Software (OSS). Es kommen Java, Nginx und Linux zum Einsatz. Amazon greift aber auch auf kommerzielle Lösungen zurück. So finden sich A9 im Frontend, Salesforce im Business-Bereich oder DynamicDB im Backend.

Otto.de …

verwendet in jedem Bereich fast ausschließlich OSS wie Elastic Search, WordPress, Java, Apache oder MongoDB. Für das Shopsystem setzt Otto auf eine Eigenentwicklung. Kommerzielle Lösungen wie Google Analytics oder Prudsys verwendet das Unternehmen vor allem im Frontend.

Zalando …

zeigt ähnliche Strukturen wie Amazon und setzt auf Eigenentwicklungen für Shopsystem, CMS und Recommendation Engine. Im Backend verwendet das Unternehmen dagegen ausschließlich OSS wie Java oder Apache. Im Frontend kommt neben der OSS Elastic Search auch Google Analytics zum Einsatz.

Verdichtet man die Einzelauswertungen für die zehn Top-Onlineshops, zeigt sich vor allem im Backend die Dominanz von Open-Source-Lösungen. Das Business-CRM hingegen ist eindeutig mit kommerziellen Lösungen besetzt. Viele Shops setzen auf SAP oder die Microsoft-Lösung Dynamics. Shop- und CMS-Anwendungen sind zumindest in den Top 10 Eigenentwicklungen, die immer auch aus Open-Source-Anwendungen bestehen.

Der Frontend-Bereich verteilt sich nahezu gleichmäßig auf Open-Source- und kommerzielle Lösungen. Beim Webserver setzt etwa jeder dritte Shop auf Apache. Dieser Webserver gilt als sehr zuverlässig, sodass ein weiter steigender Einsatz für die Zukunft zu erwarten sein dürfte. Für das Tracking ist Piwik beliebter als Google Analytics, bei der Suche setzen die meisten Shop-Betreiber auf den Fact-Finder oder Solr.

Open-Source-Anwendungen dominieren den Markt

Die erweiterte Analyse der Top-1.000-Shops zeigt, dass 14,2 Prozent Magento als Shopsoftware verwenden, danach folgen Oxid Esales mit 8,5 Prozent und Shopware mit 6,4 Prozent. Bei 47,3 Prozent der Onlineshops konnte die Shopsoftware nicht identifiziert werden. Der Einsatz von Open-Source-Anwendungen (OSS) entspricht 35 Prozent. Allerdings ist auch hier ein Großteil nicht identifizierbar. Der Grund: Es handelt sich entweder um Eigenentwicklungen oder um Systeme, die die Analyse-Software nicht kennt bzw. durch zu starke Entfremdung vom Ausgangsprodukt nicht mehr erkannt hat.

Aber: Bezüglich der Verteilung der Shop-Systeme liefern die Top-1.000-Onlineshops kein repräsentatives Bild für alle in Deutschland aufgesetzten Onlineshops. Es gibt weitere Systeme, die in den Top 1.000 kaum bis gar nicht anzutreffen sind. Und gerade diese sind für kleinere Händler attraktiv. Dem EHI Retail Institute zufolge handelt es sich meist um OSS-Lösungen.

Immer schnellere Entwicklungsprozesse und veränderte Kundenerwartungen erfordern ein schnelles Anpassen an neue Trends, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Und genau die hierfür erforderliche Agilität und beschleunigte Innovationsgeschwindigkeit machen Open Source so attraktiv – insbesondere für große Enterprise-Lösungen. Das haben auch die Branchenführer erkannt. Sie wenden OSS nicht nur technisch an, sondern richten zumeist ihre gesamte Unternehmensstrategie nach dem Prinzip aus. Denn der offene Quellcode ermöglicht es, Software schnell und hersteller-unabhängig an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

Zoomd News

admin

leave a comment

Create Account



Log In Your Account